Dalsheimer Bürgel Spätburgunder 2021
Dalsheimer Bürgel Spätburgunder 2021
Manchmal braucht ein Wein vor allem eines: Luft und Geduld. Der Dalsheimer Bürgel ist so ein Kandidat. Eine anerkannte Grand-Cru-Lage, nach Osten ausgerichtet, kühl, geprägt von Kalk und Ton – und damit eine der feineren, spannungsreicheren Adressen im Wonnegau.
Hier geht es nicht um Einzelkämpfer, sondern um Zusammenspiel. Teamwork aus Menschen, Reben, Boden und Philosophie. Biologische Bewirtschaftung, inspiriert von regenerativen und biodynamischen Ansätzen, aber ohne Dogma. Beobachtung statt Rezeptbuch. Jedes Jahr neu gedacht, jeder Weinberg individuell gelesen. Genau das spürt man im Glas.
Die Erträge sind klein, die Mengen entsprechend rar. Vergoren wird der Bürgel mit einem Anteil ganzer Trauben, anschließend reift der Wein rund 14 Monate im Barrique. Der Jahrgang 2021 blieb kühl, der Alkohol entsprechend schlank – 11,5 Volumenprozent, die eher auf Präzision als auf Kraft setzen.
Zu Beginn zeigt sich der Wein zurückhaltend, fast verschlossen. Dann, mit etwas Zeit, öffnet er sich: Kirschen, Beeren, eine würzige, leicht rauchige Note, wie trocken angeröstete Gewürze kurz vor dem Moment, in dem sie ihr volles Aroma freigeben. Am Gaumen saftig und fein, mit frischer, aber nicht fordernder Säure, eher kühl als üppig. Kein lauter Auftritt, sondern ein Wein, der sich langsam erzählt – und genau deshalb hängen bleibt.