Philipp Jaillet aus Ruppertsberg gehört zu den auffälligsten jungen Stimmen der Pfalz. Philipp, Jahrgang 1999, führt seinen kleinen Betrieb mit beeindruckender Konsequenz – parallel zu seiner Arbeit im Außenbetrieb eines Deidesheimer VDP.Betriebs, wo er seit Jahren wertvolle Erfahrung sammelt. Sein eigener Weg begann früh: Mit 16 übernahm er seinen ersten Weinberg, später kamen weitere Flächen vom Vater hinzu. Heute bewirtschaftet er rund 5,2 ha und setzt klar auf Klasse statt Masse.
Geprägt von Stationen bei Manincor in Südtirol und der Domaine de Montille im Burgund, hat er eine Philosophie entwickelt, die kompromisslos den Weinberg in den Mittelpunkt stellt. Dichtpflanzungen mit bis zu 10.000 Reben pro Hektar, ertragsarme Top-Klone und intensive Handarbeit prägen seinen Ansatz. Mit „Terra Preta“ – Holzkohle aus dem eigenen Rebschnitt – stärkt er die Böden und macht sie widerstandsfähiger gegen Hitze und Trockenheit.
Im Keller verfolgt er einen reduzierten, sehr präzisen Stil: spontane Gärung, minimale Eingriffe, kaum Schwefel, unfiltrierte Füllung. Lese, Rebschnitt und das Füllen legt er nach dem Mondkalender fest. Die Erträge sind bewusst niedrig: Beim Pinot Noir 30 – 35 hl, beim Chardonnay rund 40 hl. Sein Sortenspiegel besteht zu 60 % aus Pinot, 37 % Chardonnay und einem kleinen Anteil Riesling, der sich in den nächsten Jahren aber noch weiter verringern wird. Untypisch für die Pfalz, aber eben Philipps Weg.
2023 füllte Philipp etwa 8.000 Flaschen – ein Großteil davon geht in den Export. Seine Weine zeichnen sich durch Ruhe, Spannung und klaren Herkunftsausdruck aus. Man spürt sofort, dass hier jemand mit außergewöhnlichem Anspruch arbeitet. Philipp Jaillet ist ein junger Winzer, der nicht größer, sondern immer besser werden will – und genau das macht ihn so bemerkenswert.