Herkunft
Laufen ist ein kleines Winzerdorf im Markgräflerland, ganz unten im Südwesten Badens. Hier führen Ulrich Bernhart und seine Tochter Johanna das Privat-Weingut Schlumberger-Bernhart, ein VDP-Traditionshaus, das lange unter dem Radar flog: gute Burgunder, aber kaum Bühne. Das änderte sich, als Johanna fest einstieg.
Ulrich, bei uns liebevoll „Ulle“, lässt ihr freie Hand und bringt seine Erfahrung ein, Weinberg und Keller verantworten die beiden gemeinsam. So wird ein alter Betrieb ohne Tamtam in die Gegenwart geholt: angepasster Rebsortenspiegel, modernere Stilistik, gelesen wird ausschließlich von Hand. Auf synthetische Mittel im Weinberg verzichtet die Familie seit über 20 Jahren, seit 2023 läuft die Umstellung auf zertifizierten Bio-Anbau. Die Wurzeln bleiben trotzdem, wo sie sind.
Lagen und Böden
Rund um Laufen dominieren Jurakalk und Löss. Die VDP.Erste Lage Laufener Altenberg ist nach Süd-Südwest ausgerichtet, liegt auf 280 bis 360 Metern und ist 10 bis 25 Prozent steil, der Boden besteht aus Kalkmergel und Lösslehm. Neben Spätburgunder, Weiß- und Grauburgunder stehen hier sehr alte Gutedelreben. Etwas weiter südlich liegt die zweite Erste Lage des Hauses, der Muggardter Berg in Britzingen, auf Kalkstein. Die Großen Gewächse laufen unter den Namen Klosterwingerte und Wingerte. Hinter Klosterwingerte steckt der Laufener Weingarten, eine der ältesten Gewanne im Ort, die schon die mittelalterlichen Klöster schätzten: reine Südlage, die wärmste des Hauses, mit kleinen Kalksteinen an der Oberfläche wie im Burgund.
Stil
Die Weine sind konsequent trocken, schonend ausgebaut und bekommen Zeit, die Erträge bleiben niedrig. Die Spätburgunder stammen von französischen Klonen aus dem Burgund, reifen in französischen Barriques und tragen deshalb „Pinot Noir“ auf dem Etikett: druckvoll, mit ordentlich Tannin, das sich gut einfügt, und einer Säure, die nach dem nächsten Schluck verlangt. Der Chardonnay GG zeigt neues Holz, bleibt aber leicht und spritzig. Und der Grauburgunder GG mit Marille, Weinbergspfirsich und hauchzartem Tannin hat uns etwas beigebracht: Grauburgunder kann groß sein.
Johannas Handschrift liest man am deutlichsten am Gutedel „Kracher“, der als ihr Bachelorprojekt begann. Etwas Maischestandzeit, kleines Holz, lange Reife auf der Vollhefe. Heraus kommt ein frischer, straighter Gutedel mit Konzentration und Tiefgang, der sich vor Chardonnay nicht verstecken muss.