Terroir Series Vol. 1 - Baden

Wenn man Anfang Februar über Baden schreibt, wird die Region fast ein bisschen zum Sehnsuchtsort. Keine deutsche Weinbauregion ist im Mittel weiter weg vom verregneten Düsseldorf (Sachsen mal ausgenommen) und in keiner deutschen Weinbauregion scheint mehr die Sonne. Baden gehört als einziges deutsches Weinbaugebiet zur EU-Weinbauzone B, in der sich u.a. auch die Champagne, das Jura sowie das voralpine Savoien, die Loire und alle österreichischen Weinbaugebiete befinden. Die Zone B ist kühler als Zone C, jedoch insgesamt wärmer als die nördliche Zone A. Entsprechend gelten andere Vorschriften hinsichtlich Mostgewicht, Anreicherung und Säuerung bzw. Entsäuerung der Weine.

Diese Einteilung darf man gerne kritisch betrachten, wenn man bedenkt, dass ein nicht zu verachtender Teil der fast 16.000 ha Rebfläche Badens auf der gleichen Höhe wie die Pfalz oder Württemberg liegt und es aufgrund des geographischen Profils auch höher liegende, kühlere Weinlagen gibt. Oder eben aufgrund besonderer Luftströmungen, wie bspw. jener aus der burgundischen Pforte, die ganzjährig milde Mittelmeerluft zwischen den westlichen Alpenausläufern und den südöstlichen Vogesen nach Südwest-Deutschland schleusen. Einen überdimensionalen See im Süden, den Bodensee, sowie den diesen durchliegenden Rhein gibt es auch noch. Aber das nur mal zur Einordnung.

Neben der meteorologischen Vielfalt hat Baden auch eine erstaunliche geologische Diversität vorzuweisen. Während der auf rund 600m ü.NN. liegende Kaiserstuhl von Vulkanverwitterungsgestein und einer aus der letzten Eiszeit stammenden Lössschicht geprägt wird, findet man im Breisgau vorwiegend Muschelkalk unter eben jener Lössschicht. Im südlichen Markgräflerland Kalkmergel, in der Ortenau wiederum viel Granitfels und im Norden, im Kraichgau sowie an der Badischen Bergstraße, werden die Böden etwas schwerer und es findet sich neben Muschelkalk viel Lehm im Boden. Mit langer Tradition, doch relativ neu auf der Weinlandkarte vieler Weinliebhaber, ist die Subregion am nödlichen Ufer des Bodensees. In Höhenlagen von bis zu 560m ü.NN. wachsen hier Reben in fast maritimem Klima auf sandigen Lehmböden und abetragenem Geröll der Alpen. Summa summarum lässt sich sagen: Baden ist nicht gleich Baden. Und das ist gut so. Denn so lassen sich sehr unterschiedliche Weine, in unserem Fall vor allem Burgunder, entdecken, die durch die unterschiedlichen Einflüsse von Klima, Boden und Winzerin bzw. Winzer geprägt sind.

Es kann also kein Zufall sein, dass sich die Betriebe, mit denen wir zusammenarbeiten, über die gesamte Region verteilen und alle absolute Spitze sind. Unsere wichtigsten Partner in der Region sind Huber (Breisgau), Anna Seeger (Badische Bergstraße) und Schlumberger-Bernhart sowie Ziereisen (beide Markgräflerland). Alle eint die Vorliebe für Burgunder-Rebsorten, die in Baden, seitdem sich die aus dem Burgund stammenden Zisterziensermönche in Malterdingen vor über 700 Jahren niederließen, eine immer größer werdende Rolle einnehmen. Doch alle verfolgen ihre ganz eigenen Ansätze und haben ihre eigenen Methoden, wie sie die individuelle Herkunft am besten in den Wein übersetzen.

Zu den Weinen unserer Badener WInzer