Im vergangenen Jahr gab es Ende April eine verheerende Frostperiode, die in vielen Anbaugebieten große Teile der bereits ausgetriebenen Knospen zerstörte. 2 Nächte lang sanken die Temperaturen auf -4°C, was für die Knospen der Weinreben den sicheren Tod bedeutete. Im churfränkischen Großwallstadt, wo das Weingut Giegerich ansässig ist, richtete der Frost immensen Schaden an. Der Betrieb verlor knapp 85% seiner Reben an die Natur. Doch zum Glück gibt es Freunde.
Philipp Giegerich arbeitete von 2019 bis 2021 im Weingut Keller (Rheinhessen), steht nach wie vor mit der Familie in engem Kontakt und pflegt eine enge Freundschaft mit Sohn Felix Keller. Bereits 2021 führten die beiden zusammen ein Projekt durch, damals im Klingenberger Schlossberg, einer der prestigeträchtigsten Weinlagen Frankens, direkt am Main und einige Kilometer südlich von Großwallstadt. Felix Keller, der natürlich von dem immensen Schaden in Franken hörte, bot Philipp seine Hilfe in Form von rheinhessischen Spitzenlagen an. Nach eigener Aussage dachte Philipp erst, dass dies ein kleiner Scherz sei. Doch es sollte tatsächlich so kommen, dass er in diesem Jahr Parzellen in den rheinhessischen Top-Lagen Mölsheim Zellerweg am schwarzen Herrgott - ja, wahrscheinlich der längste GG-Lagen-Name, den es gibt - sowie im Westhofener Morstein, Westhofener Brunnenhäuschen und im Dalsheimer Bürgel bewirtschaftet.