Große Klassik unter dem Radar
Es gibt ja doch immer wieder Weingüter, die es gefühlt seit immer gibt, die seit immer abliefern und dennoch irgendwie unter dem Radar fliegen. Das Weingut Max Ferd. Richter aus Mülheim von der Mittelmosel ist ohne Zweifel so ein Kandidat. Das Gute an diesen Umständen: Man bekommt hier Moselprädikate erster Güte zu verhältnismäßig wirklich attraktiven Preisen. Kein Hype, kein abstruses Marketing, keine künstlichen Preiskatapulte. Einfach bodenständige Menschen, die super Wein machen. Von diesen Betrieben gibt es nicht mehr viele. Vor allem nicht, wenn diese ein solches Arsenal an Spitzenlagen im Portfolio haben. Die Weltlagen Wehlener Sonnenuhr und Graacher Himmelreich, die quarzitgeprägte und damit äußerst spannende Lage Veldenzer Elisenberg und den historisch eng mit dem Weinbau der Mosel verknüpften Hausberg Mülheimer Sonnenlay.
Der rote Faden in allen Weinen ist eine beeindruckende Klarheit, die wie ein kühler Eisbach die Kehle runterfließt und den Weinen eine wunderbare innere Ruhe verleiht.
Während Shooting-Stars wie Max Kilburg und Julian Haart mit ihren Präzisionskabis vor einigen Jahren die neue Kabi-Ära eingeleitet haben, darf diesen Weinen hier ohne Frage mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden, denn das ist große Mosel-Klassik, die stilistisch den Bogen zur Moderne geschlagen hat und großes Handwerk in Perfektion anbietet.